Schluss mit der Angst um den geliebten Oldtimer im Winter! Mit gezielter Vorbereitung musst du dich vor tiefen Temperaturen nicht fürchten. Auch bei einer längeren Standzeit kann dein Oldtimer entspannt überwintern und zeigt sich im Frühling wieder fit für die Straßen.

Die letzte Fahrt vor dem Winter mit dem Oldtimer

Möchtest du den Oldtimer einwintern, ist zunächst eine kurze, letzte Ausfahrt ratsam. Du solltest während der Fahrt auf mögliche Defekte oder Verschleißerscheinungen achten. Plane auf der Rückfahrt nach Hause einen Zwischenstopp bei der Tankstelle ein: Tankst du den Oldtimer vor dem Winter noch einmal voll, kann sich kein Kondenswasser in der Benzinzufuhr bilden. Bei Fahrzeugen mit Metalltank verhindert das Volltanken Korrosion im Tank.

Prüfe außerdem, ob Scheibenwischwasser und Kühlwasser über einen Frostschutz verfügen und der Luftdruck für die Überwinterung des Oldtimers ausreicht. Dieser sollte bei der Überwinterung auf eigenen Reifen erhöht werden auf 3,0 bis 3,5 bar. Hierbei bitte den höchstzulässigen Druck für den jeweiligen Reifen beachten (s. Reifenflanke). Noch besser ist es, das Fahrzeug aufzubocken und die Reifen zu entlasten. Als Alternative zum Aufbocken gibt es sogenannte „Reifenkissen“ oder „Reifenschuhe“ um einen Standplatten zu vermeiden.

Wohin mit dem Oldtimer im Winter?

Der Standort für den Winterschlaf des Oldtimers will sorgfältig gewählt sein. Es sollte sich um einen sauberen und trockenen Raum handeln, der bestmöglich vor der Witterung geschützt ist. Zu große Temperaturschwankungen sind eher ungünstig, da es zur Bildung von Kondenswasser kommen kann. Ein stetiger Luftaustausch ist hingegen von Vorteil. Für den Innenraum des Fahrzeuges können zusätzlich Luftentfeuchter zum Einsatz kommen.

Top-Standort auf einen Blick

Der ideale Standort, um den Oldtimer zu überwintern, ist trocken und weist eine maximale Luftfeuchtigkeit von 50 Prozent auf. Zudem sollte eine konstante Umgebungstemperatur von nicht unter 12 Grad Celsius herrschen.

Oldtimer reinigen vor dem Winterschlaf

Investierst du in die Oldtimerpflege vor der Winterruhe, wirst du im Frühjahr mit einem sauberen und fahrbereiten Auto belohnt. Wir empfehlen eine Grundreinigung, um den Oldtimer zu überwintern. Diese sollte wirklich alles umfassen – den Innen- und Außenbereich sowie den Motorraum und den Unterboden mit Fahrwerk. Loses Zubehör sollte aus dem Fahrzeug entfernt werden. Mit einer Handwäsche beseitigst du sämtliche Verschmutzungen sorgfältig. Dasselbe gilt für rostige Stellen oder Schäden durch Steinschlag.

Nach der Reinigung folgt die Politur von Lackoberflächen. Pass bei der Oldtimerpflege auf, dass sich die verwendeten Mittel mit dem Lack vertragen. Am besten eignen sich Mittel auf Wachsbasis. Damit kannst du auch gleich angegriffene Stellen des Wagens konservieren. Oberflächen aus Chrom, Messing oder Nickel werden ebenfalls poliert. Anschließend geht es an die Gummipflege für den Oldtimer: Sämtliche vorhandenen Gummis und Heizschläuche werden gefettet, um ein Austrocknen während der Überwinterung zu vermeiden. Bewegliche Schlösser, Scharniere und Batteriekontakte profitieren ebenfalls von etwas Fett.

Reinigen

Den Oldtimer von innen reinigen

Der letzte Schritt der Oldtimerpflege sieht vor, den Oldtimer von innen zu reinigen. Um beispielsweise den Dachhimmel zu reinigen, sollten die Oldtimer-Sitzflächen mit Handtüchern abgedeckt werden. So vermeidest du Flecken. Sprühe nun verschmutzte Stellen am Dachhimmel vorsichtig mit einem Polsterreiniger ein und arbeite das Mittel kreisförmig ein. Mit einem Mikrofasertuch nimmst du die Reste ab. Aber Vorsicht: Zu nass darf es nicht werden, da du anderenfalls Flecken am Dachhimmel riskierst.

Abschlusstipps, um den Oldtimer zu überwintern

Neben der Grund- und Gummipflege für den Oldtimer sollte die Elektronik deines Wagens im Fokus der Überwinterung stehen. Dafür prüfst, reinigst und schützt du offene Kontaktstellen mit einem geeigneten Kontaktspray – natürlich ohne Bordspannung! Die Batterie sollte abgeklemmt und an einem kühlen Ort gelagert werden. Schließe sie wenn möglich an ein Batterie-Erhaltungsladegerät an.
Um einen Standplatten zu vermeiden, empfehlen wir den Einsatz sogenannter „Reifenkissen“ oder „Reifenschuhe“ als Alternative zum Aufbocken des Oldtimers im Winter. Sobald der Wagen dann sicher steht, solltest Du die Bremsen lösen und die Fenster einen Spalt weit öffnen. Danach kann das Fahrzeug mit einer weichen und atmungsaktiven Abdeckung versehen werden. Schon darf der Oldtimer seinen Winterschlaf antreten.

Tipp: Check-Ups beim Oldtimer im Winter

Schau während der Stellzeit gelegentlich nach, ob die Batterie noch immer ordnungsgemäß auf Spannung steht, und ob der Luftdruck und die Flüssigkeitsstände in Ordnung sind. Nur starten solltest du deinen Oldtimer im Winterschlaf nicht.

Autor des Beitrags

Thorsten Rechtien

Thorsten Rechtien

Competence Center

Er ist bei uns der Mann, der auf (fast) alles eine Antwort weiß. Nicht nur während der Arbeitzeit, auch nach Feierabend schlägt sein Herz für Fahrzeuge – hier besonders die mit 2 Rädern. Die Räder tauscht er aber auch gerne mal gegen sein Segelboot ein. Hauptsache „es läuft“.

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