Viele Fahrer haben Scheinwerfer am Auto, die noch mit der guten alten Glüh-oder Halogenlampe ausgestattet sind. Diese durch moderne LED-Lampen ersetzen? So einfach ist das leider nicht.

Was genau sind LED-Retrofits?

Man liest im Zusammenhang mit LED-Leuchtmitteln immer häufiger den Begriff “Retrofit”. Frei übersetzt heißt das so viel wie “passt rückwirkend”. Gemeint ist damit, dass diese LEDs alte Glüh- und Halogenlampen ersetzen können. Alte Birne raus aus dem Gewinde, neue LED-Lampe rein – läuft, ganz ohne Umbauarbeiten. Im privaten Haushalt ist dieses Prozeder schon gang und gäbe. Haben wir doch alle schon eine olle Glühbirne durch ein modernes LED-Licht ersetzt. Doch auch wenn es Vorteile gibt, für unser Auto ist dieser Austausch bisher verboten. Aber was sind eigentlich die Vorteile?

Studie des ADAC:

LEDs in Scheinwerfern sind langlebiger, sie leuchten weiter und sorgen durch ihr weißeres Licht dafür, dass Kontraste besser wahrgenommen werden.

Die Vorteile der LED-Lampe

Laut einer Studie des ADAC wäre die Umrüstung von Autoscheinwerfern mit LED-Retrofits ein echter Sciherheitsgewinn im Straßenverkehr – natürlich unter der Voraussetzung, dass der Umbau funktioniert. So sind LEDs in Scheinwerfern nicht nur langlebiger, sie leuchten auch weiter und sorgen durch ihr weißeres Licht dafür, dass Kontraste besser wahrgenommen werden. Die LED-Lampen klnnten sogar den Bremsweg des nachfolgenden Fahrzeugs verkürzen. Die Bremsleuchte reagiert nämlich schneller, der nachfolgende Fahrer kann also auch früher reagieren. Dies natürlich alles unter der Voraussetzung, dass die LEDs problemlos in den Scheinwerfern funktionieren, was nicht immer unbedingt der Fall ist. Das ist leider auch das größte Problem an der Sache. Denn bisher war es so, dass bei einem Scheinwerfer das Leuchtmittel exakt auf die Linsen und Reflektoren abgestimmt ist, damit das Lichtgenau dort auf der Straße ankommt, wo es hingehört. Weil das aber bei der Nachrüstung auf LED nicht gewährleistet ist, sind die Retrofits in Deutschland verboten.

In Deutschland leider so nicht möglich

Sofern der Scheinwerfer am Auto nicht von vorne herein ein VOLL-LED-Scheinwerfer ist, darf er nur mit seiner bisherigen Birnenart betrieben werden. Ist eine Lampe defekt, muss sie auch wieder durch ein Birne mit Glühfaden ersetzt werden. Diese Regelung gilt zumindest für Europa. In anderen Ländern, wie z.B. den USA, sind die LED-Retrofits im Straßenverkehr bereits zugelassen.

Jetzt wird es etwas “technisch”:

Scheinwerfer, Bremsleuchten und alles, was am Auto nach außen leuchtet, gehört zu den “lichttechnischen Einrichtungen”. Damit diese Einrichtungen an einem Auto verbaut werden dürfen, werden sie grundsätzlich im Zusammenhang mit den zugehörigen Leuchtmitteln bauartgenehmigt. Eine nachträgliche Änderung an dieser lichttechnischen Einrichtung führt zum Erlöschen dieser Bauartgenehmigung. Hierunter zählt auch der Austausch der Lichtquellen, also der bisher verwendeten Glühlampen. Wenn die Betriebserlaubnis der lichttechnischen Einrichtungen erlischt, erlischt dadurch auch die Betriebserlaubnis des gesamten Fahrzeugs, was bedeutet, dass man so nicht mehr durch die Gegend fahren darf. Einige Änderungen am Fahrzeug kann man durch eine Einzelabnahme nachträglich eintragen lassen. Aufgrund von Vorgaben des Kraftfahrt Bundesamtes können die lichttechnischen Einrichtungen jedoch nicht durch Einzelabnahmen eingetragen werden.

Im Klartext bedeutet das:

Birnen in Scheinwerfern dürfen nicht verändert werden. Das schreibt sowohl die deutsche, als auch die europäische Gesetzeslage vor. Wenn sich das mal ändern sollte, informieren wir euch natürlich gerne!

Autor des Beitrags

Arianna Blittersdorf

Arianna Blittersdorf

Social Media Managerin

Arianna Blittersdorf ist Social Media Managerin im Newsroom des TÜV Rheinlands. Hier ist sie hauptsächlich für die Betreuung des Bereichs Mobilität zuständig. Egal ob für Newsletter, Blog oder soziale Medien – sie ist immer auf der Suche nach einer guten Story. In Köln geboren und aufgewachsen, lebt sie mittlerweile in Bochum, mitten im „Pott“, ist aber froh in ihrer Heimat zu arbeiten und so trotzdem viel Zeit dort zu verbringen. In ihrer Freizeit findet man sie oft bei Spieleabenden mit Freunden oder mit einem guten Buch in der Hand. Es gibt nur eine Sache, die sie definitiv häufiger in der Hand hat– die Schokolade! Als Frohnatur versucht sie, sich auf die schönen Dinge des Lebens zu konzentrieren und verbringt ihren Alltag ganz nach dem Motto: „Nimm das Leben nicht so ernst, du kommst ja doch nicht lebend raus.“

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Kommentare

3 Kommentare

  1. Wolfgang Reckel

    Sehr informativer Beitrag – vielen Dank !

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  2. Dirk

    Und wieso geht das dann bei Osram mit einer ABG?

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  3. Hans-Ulrich Neumann

    Die Osram Nightbreaker LED ist ja ein recht neues Produkt und nur für extrem wenige Fahrzeuge bisher zugelassen, Osram hält sich auch bedeckt, ob, wann und welche Autos noch einer Prüfung unterzogen werden und so die Zulassung erhalten. Ich habe da direkt nachgefragt, auch die Kosten des Zulassungsprozesses für einen Fahrzeugtyp konnte und wollte man mir nicht nennen.
    Da aber nun eine prinzipiell zulässige Lösung am Markt ist, sollte das KBA dringend die Vorschriften ändern, nach denen eine Einzelabnahme von lichttechnischen Einrichtungen ermöglichst wird, so daß eine solche Einzelabnahme möglich ist, wenn das Leuchtmittel prinzipiell wie hier für H7-Scheinwerfer zulässig ist. Darauf sollte man aber eher nicht hoffen, das KBA ist eher Erfüllungsgehilfe der Autokonzerne und denen sind Bestandskunden herzlich egal, für die zählt nur der Neuwagenabsatz.

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