Wenn dein geliebtes Classic Car im Winter sowieso gerade in der Garage stehen muss, dann mach doch das Beste daraus. Mit einem Oldtimer Tuning kannst du deinen Klassiker optisch oder technisch noch extravaganter gestalten. Doch Vorsicht, nicht jedes Oldtimer Tuning ist ohne weiteres möglich. Wer es übertreibt, verliert schnell sein H-Kennzeichen. Wir sagen dir, was erlaubt ist und welche tollen Möglichkeiten es gibt.

Entdecke die Möglichkeiten beim Oldtimer Tuning

Tuning ist nicht gleich Tuning. Gerade bei Oldtimern kommt es darauf an, wie historisch passend die jeweilige Modifikation ist und ob die Teile zeitgenössisch sind. Viele Fans sehen in dieser Art historisch korrekter Verschönerung die einzig wahre Art für Oldtimer Tuning. Dann werden Windsplits und Peilstäbe angefügt oder technisch verwandte Teile aus Fahrzeugen derselben Epoche kombiniert. Wichtig ist also, dass der Oldtimer auch nach dem Tuning als fahrendes Zeitdokument durchgeht und die Änderungen darüber hinaus keine Gefährdung hervorrufen können. Wer auf der anderen Seite seinem Oldtimer breite Niederquerschnittreifen oder andere moderne Applikationen verpasst, kann dies zwar tun, verliert dann aber mit Sicherheit sein H-Kennzeichen. Eine derartige optische Charakterveränderung steht nämlich im Gegensatz zum Sinn und Zweck der Oldtimer-Kennzeichnung.

Oldtimer Tuning geht auch mit H-Kennzeichen

Solange das Oldtimer Tuning also mit passenden und zulässigen Teilen aus derselben Epoche vorgenommen wird, ist von Seiten der TÜV Prüfer alles in Ordnung. Die Modifikationen müssen also entweder üblich gewesen sein innerhalb der ersten zehn Jahre nach Erstzulassung des Fahrzeuges oder nachweislich vor mehr als 30 Jahren durchgeführt worden sein. Das gilt allerdings nicht unbedingt für einige technische Neuerungen, die der Fahrsicherheit dienen.
Die gilt z.B. für folgende Umbauten:

  • Nachrüstung eines Katalysators
  • Umbau der elektrischen Anlage von 6 auf 12 Volt
  • Einen behindertengerechten Umbau
  • Umbau Einkreis- auf Zweikreisanlage
  • Umrüstung Diagonal- auf Radial-Reifen bei vergleichbaren Abmessungen

Bei der Abnahme durch den TÜV wird jeder Einzelfall individuell geprüft. Solange du aber bei deinen Tuningmaßnahmen die historische Authentizität im Blick hast und auf originale und zeitgenössische Teile Wert legst, sollte es keine Probleme geben, auch nach dem Oldtimer Tuning mit dem H-Kennzeichen vom Hof zu fahren.

Oldtimer Transport

Wichtige Hinweise vor der Abnahme

Jede einzelne Oldtimer Tuning Maßnahme sollte stets die Verkehrssicherheit in den Vordergrund stellen. Aller historischer Authentizität und Schönheit zum Trotz steht die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer im Straßenverkehr noch immer an erster Stelle. Daher empfiehlt es sich, bereits vor einem Oldtimer Tuning die zuständige Prüfstelle aufzusuchen, um mit seinem Vorhaben vorstellig zu werden. So erfährst du konkret, welche Maßnahmen machbar sind und was voraussichtlich keine Einzelabnahme bekommen wird. Außerdem solltest du bedenken, dass auch Oldtimer regelmäßig zur Hauptuntersuchung müssen. Alle Teile und Tuning Maßnahmen müssen also nicht nur einmalig abgenommen werden, sondern auch langfristig alltagstauglich sein.

Einzelabnahme für Oldtimer Tuning Umbauten direkt beim TÜV

Beim TÜV Rheinland hast du die Möglichkeit, ein H-Kennzeichen zu erhalten, dein Oldtimer Tuning abnehmen und sogar den Wert deines geliebten Fahrzeugs taxieren zu lassen. Unsere amtlichen Sachverständigen bewerten dein Auto nach §23 der StVZO und du erhältst trotz Oldtimer Tuning das begehrte H-Kennzeichen. Am besten vereinbarst du vorab einen Termin bei uns – online, per Telefon oder persönlich durch einen Besuch in einer unserer Prüfstellen.

Bei uns kannst du folgende Serviceleistungen in Anspruch nehmen:

  • Änderungsabnahmen, zum Beispiel für Oldtimer Tunings
  • Vollabnahmen nach längerer Außerbetriebsetzung
  • Beratung bei der Restaurierung
  • Datenbeschaffung bei seltenen Modellen
  • Originalitätsnachweise

Autor des Beitrags

Thorsten Rechtien

Thorsten Rechtien

Competence Center

Thorsten Rechtien ist bei uns der Mann, der auf (fast) alles eine Antwort weiß. Der Diplom-Ingenieur ist ein echtes TÜV Rheinland-Gewächs und seit 2009 bei uns tätig. Erst in unserer Prüfstelle in Brühl tätig, betreut er mittlerweile die technische Hotline in unserem “Competence Center”. Dort beantwortet er den ganzen Tag Fragen rund um eure Fahrzeuge. Aber nicht nur während der Arbeitszeit, auch nach Feierabend schlägt sein Herz für Fahrzeuge – hier aber besonders für die mit nur 2 Rädern. Mit seinem Motorrad würde er am liebsten bis ins Wohnzimmer fahren – so unzertrennlich sind die beiden. Sein Fachwissen teilt er immer gerne mit uns – und jetzt auch mit euch.

Mehr Beiträge des Autors

Richtig Bremsen mit dem Motorrad

Der Weg ist das Ziel – so sehen das zumindest viele Biker. Aber wer Fahrt aufnimmt, muss auch richtig bremsen können. Tipps zu Bremsweg, Bremsmanöver und ABS.

Die Grundlagen zum Kurvenfahren

Für mich, wie wohl für die meisten anderen Biker da draußen auf der Straße ist es die Faszination schlechthin: Das Kurvenfahren. Trotz schöner Landschaft …

Nachrüstungspflicht bei Oldtimern

Oldtimer müssen der Technik ihrer Entstehungszeit entsprechen. Aber was ist mit den Vorschriften, die heutzutage für ein Fahrzeug gelten? Was muss ich …

Kommentare

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Abonniere unseren Blog Newsletter

Blog Newsletter
Erhalte regelmäßig aktuelle Blogartikel zu den Themen Mobilität, Oldtimer und Smart Mobility von
TÜV Rheinland per E-Mail.